Steigende Preise bei Milch und Butter
Deutschland: Milch, Butter und Quark werden teurer. Aldi, der führende Billiganbieter bei Lebensmitteln, hat am Montag, 2.11.09 die Preise für mehrere Molkereiprodukte deutlich angehoben.
An den Aldi-Preisen orientieren sich erfahrungsgemäß auch andere Discounter und große Supermarktketten. „Innerhalb weniger Tage werden alle nachgezogen haben“, sagte Discount-Experte Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail der Deutschen Presse-Agentur dpa. Edeka kündigte prompt an, ebenfalls die Preise erhöhen zu wollen.
Milch wurde bei Aldi Süd um 6 ct je Liter teurer. Das ist eine Preisanhebung je nach Milchsorte zwischen gut 12 und gut 14%. Den Preis für Deutsche Markenbutter hob Aldi Süd um 14 auf 99 ct je 250-g-Stück an, also gut 16 %. Auch Quark wurde teurer. Vor einer Woche hatte der Handel dagegen bei Produkten wie Mehl und Zucker drastisch den Rotstift angesetzt.
Auch Edeka will verschiedene Molkereiprodukte verteuern. „Wir werden in gleichem Maße dem folgen, was im Markt abgebildet ist“, sagte ein Edeka-Sprecher am Montag der dpa. Das beziehe sich auf Trinkmilch, Butter und einige andere Molkereiprodukte. Die Preise bei diesen Artikeln würden schrittweise ab sofort in dieser Woche erhöht. Hintergrund der höheren Preise seien erste Abschlüsse der aktuellen Verhandlungsrunde zwischen Handelskonzernen und Molkereien, hieß es bei Branchenbeobachtern.
Bei Butter sei es bereits die zweite Preisanhebung innerhalb eines Monats. Damit sei Butter insgesamt um die Hälfte teurer geworden. Die Milchbauern fordern seit langem, dass die Preise steigen, die die Molkereien ihnen zahlen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet mit Blick auf die Existenznöte vieler Bauern mit einer allmählichen Entspannung. "Wir gehen davon aus, dass wir im Januar bei 26 bis 30 ct/Liter liegen", sagte DBV-Milchexperte Rudolf Schmidt. Im September hätten die Molkereien durchschnittlich 22 ct/Liter gezahlt.
Die Landwirte hoffen, dass die Preise nach der Erhöhung erst einmal stabil bleiben, weil die Verträge für H-Milch 6 Monate laufen und die für Butter 3 Monate. Wie viele Cent direkt bei den Bauern ankommen, hängt von der jeweiligen Molkerei ab. Aldi schaltete im Unterschied zu den Preissenkungsrunden der vergangenen Monate diesmal keine Anzeigen. Das Unternehmen Aldi Süd wollte sich zum Thema Milchpreise auf dpa-Anfrage am Montag nicht äußern. Über bevorstehende Preisanhebungen bei Milch und anderen Molkereiprodukten berichtete bereits die ,Lebensmittel Zeitung’ (wir berichteten am 28. Oktober).
Vor etwas mehr als einer Woche hatten Handelsketten von Aldi bis Penny für eine Reihe von Artikeln die Preise gesenkt. Mehl wurde um mehr als ein Drittel billiger, Zucker um knapp ein Fünftel. Darin zeigt sich der Preiskampf im Handel. Bei den Milchpreisen ist die weltweit anziehende Nachfrage eine der Ursachen für steigende Preise.
Quelle: dpa




