Tirol Milch will weiterhin Fusion mit Berglandmilch verfolgen

Tirol Milch will weiterhin Fusion mit Berglandmilch verfolgen

Bis spät in die Nachtstunden rang der Tirol-Milch-Vorstand am Freitag um Einigkeit in der Führungsspitze.

Innsbruck – Die Tirol Milch will weiterhin einen Zusammenschluss mit der Berglandmilch verfolgen. Das erklärte Tirol Milch-Obmann Hans Schweiger nach einer über fünfstündigen Vorstandssitzung, die erst am Samstag gegen 01.00 Uhr endete. „Ich bin erleichtert“, sagte Schweiger nach der Sitzung gegenüber Journalisten. Auch Personaldiskussionen wurden geführt, mit dem Ergebnis, dass sowohl Obmann als auch Geschäftsführer Carl-Albrecht Benker bis auf weiteres auf ihren Posten bleiben.

 


Mehrheit für Fusion

Eine deutliche Mehrheit der 22 anwesenden Vorstandsmitglieder sei für den von ihm eingeschlagenen Weg und damit für eine Fusion mit der Berglandmilch. Alle seien bereit, diese Marschroute mitzutragen, selbst diejenigen die sehr kritisch waren, sagte der Obmann. Benker soll weiterhin Geschäftsführer bleiben. Er habe ihm die Unterstützung für einen Weg Richtung Fusion zugesichert. Ein endgültiger Vorstandsbeschluss, mit dem die Milch-Ehe definitiv abgesegnet wird, steht noch aus. Auch der Geschäftsführer der Berglandmilch, Josef Braunshofer, war bei der Marathonsitzung anwesend, um Fragen zu beantworten, wie er am Rande erklärte.

 


Tirol Milch-Obmann Hans Schweiger hatte vor einigen Wochen Verhandlungen mit der Berglandmilch in Oberösterreich aufgenommen, was ihm wachsende Kritik an seiner Vorgehensweise einbrachte, unter anderem war die Rede von einem „Alleingang“. Auch Tirol Milch-Geschäftsführer Carl-Albrecht Benker schoss quer, der öffentlich Zweifel an der Notwendigkeit einer Fusion kundtat. Er erklärte, dass die Tirol Milch auch allein bestehen könnte und meinte, dass die Zahlen über dem Plan liegen.

 


Erhöhung des Milchpreises unwahrscheinlich

Außerdem stellte Benker den rund 4000 Bauern eine bevorstehende Erhöhung des Milchpreises in Aussicht. Schweiger hielt dagegen eine baldige Erhöhung des Milchpreises für unwahrscheinlich. Grund für die derzeitige gute Situation bei der Tirol Milch sei, dass die Preise für die Versandmilch momentan sehr hoch seien. „Andernfalls hätten wir ein saftiges Minus stehen“, sagte Schweiger. Er ist überzeugter Befürworter einer Fusion mit der Berglandmilch. Seiner Ansicht nach könne die Tirol Milch ohne diesen Schritt den Bauern auf Dauer keinen zufriedenstellenden Milchpreis bezahlen. Benker wurde nach dessen Äußerungen beurlaubt. Schweiger sah „Gefahr im Verzug“.

 


Steixner für „eigenständigen Weg“

Auch der für Agrarfragen zuständige LHStv. Anton Steixner (V) und die Tiroler Jungbauern äußerten sich kritisch zu einer gemeinsamen Zukunft mit der Berglandmilch. Der Raiffeisenverband prüfe bereits, wie die Tirol Milch tatsächlich dastehe, berichtete Steixner, der auch Obmann des Tiroler Bauernbundes ist. Nur wenn es tatsächlich strukturelle Vorteile gebe, sei die Fusion der richtige Schritt. „Mir persönlich wäre es lieber, es gibt Kooperationen und man arbeitet gescheit, dann bleibt der eigenständige Weg“, sagte Steixner.

 


Zuletzt Millionenverluste bei Tirol Milch

Die Tirol Milch, die wie die Berglandmilch genossenschaftlich organisiert ist, schrieb zuletzt Millionenverluste. Aufgrund der vielen Bergbauern habe die Milchanlieferung stets stark geschwankt, was zu Ertragsproblemen führte. Wegen des hohen Anteils an Rohmilchexporten wurde die Molkerei extrem von den Preisrückgängen auf den internationalen Märkten getroffen.


2008 stand in der Bilanz ein Minus von 5,15 Mio. Euro, im Vorjahr lag das Plus bei 352.000 Euro. Die Reduzierung des Netto-Umsatzes auf 136,2 Mio. (2008: 153,9 Mio.) war vor allem auf die Bereinigung des Sortiments und den Verfall des Milchpreises auf den europäischen Märkten zurückzuführen. Im vergangenen Jahr wurden von knapp 4000 anliefernden Bauern 217 Mio. kg Milch übernommen.

 


Gemeinsam mit der Tirol Milch verarbeitet die Berglandmilch künftig knapp 1,2 Mrd. Liter Milch. Das sind fast 45 Prozent der gesamten heimischen Milchmenge. Geliefert wird sie von rund 16.000 Bauern. Der Umsatz wird ein Volumen von knapp 750 Mio. Euro erreichen. Erst im Vorjahr hat Österreichs größte Molkerei die Welser Landfrisch-Molkerei übernommen. (APA)


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