Moskau - Führender Milchverarbeiter beklagt Rohstoffdefizit
In Russland mangelt es in diesem Winter an Rohmilch. Das hat das bedeutendste nationale Molkereiunternehmen, Wimm-Bill-Dann Nahrungsmittel, jetzt öffentlich zugegeben.
Das vierte Quartal 2009 sei für die gesamte russische Molkereiwirtschaft schwierig gewesen, bedingt durch ein akutes Defizit an Rohmilch, heißt es in einer Verlautbarung der Gesellschaft. Letzteres sei einerseits auf eine saisonbedingte Verringerung der Erzeugung, andererseits aber auf einen unvorhergesehenen Mangel an Milchpulver zurückzuführen. Unter diesen Umständen habe Wimm-Bill-Dann die Produktion mehrerer Molkereierzeugnisse - insbesondere in der zweiten Quartalhälfte - einschränken müssen.
Noch im Dezember des vergangenen Jahres hatte die mehrere Verarbeiter vereinigende Milchunion Russlands auf Schwierigkeiten mit der Versorgung ihrer Mitglieder hingewiesen und die Wiederaufnahme der vorübergehend eingestellten Einfuhren von Milchpulver aus dem benachbarten Weißrussland gefordert. Dessen Exekutivdirektor, Wladimir Labinow, bedauerte in diesem Zusammenhang die mit der Einleitung des neuen technischen Branchenreglements erfolgte Abwertung von Milchpulver Ende 2008 als Basis für die Herstellung der Molkereierzeugnisse.
Da die daraus hergestellten Produkte gemäß den neuen Vorschriften nicht mehr als Milch, sondern nur als Milchgetränke bezeichnet werden durften, haben die russischen Verarbeiter im Sommer 2009 erstmals so gut wie keine Marktüberschüsse an Rohmilch zur Erzeugung von Milchpulver angekauft. Zuvor war eine Unterbrechung der Importe dieses Produkts aus Weißrussland vereinbart worden. Die Warnung der Milchunion wurde jedoch vom nationalen Milchproduzentenverband zurückgewiesen. Aber auch die Landwirtschaftsministerin Jelena Skrynnik hat Ende 2009 behauptet, im Land seien weder Marktdefizite an Rohmilch noch Voraussetzungen für Preissteigerungen bei Molkereierzeugnissen zu verzeichnen




