Gesunde Klauen - Grundlage für gute Milchkühe

Gesunde Klauen - Grundlage für gute Milchkühe

Moderne Milchkühe mit Leistungen von bis zu 100.000 Litern Milch und mehr sind wie "Hochleistungssportler". Sie benötigen beste Bedingungen bei Haltung, Komfort, Fütterung, Betreuung und Klauenpflege, um die gewünschten Leistungen auf Dauer zu erbringen, ohne dabei krank zu werden.

Buchstäblich der gesamte Organismus unserer Milchrinder wird von den Klauen getragen. Ein guter Indikator für die Beurteilung der Klauengesundheit in einer Herde ist die aktuelle Lahmheitshäufigkeit. Diese kann am stehenden Rind, sollte aber immer auch in der Bewegung im Schritt (im Laufgang, auf dem Weg zum/vom Melkstand) beurteilt werden.

 

Beurteilung von Lahmheit

Lahmheiten sind meist schmerzbedingte Störungen des Gangbildes, eine oder mehrere Gliedmaßen können gleichzeitig betroffen sein. Beidseitige Lahmheiten sind beim Rind häufig aufgrund gleichzeitiger Klauenerkrankungen an mehreren Klauen. Für den ungeübten Beobachter sind solche Lahmheiten oft schwer festzustellen.

  1. Bei der Lahmheitsbeurteilung am stehenden Tier, z. B. im Fressgitter, wird die Rückenlinie (ist gerade bei Tieren ohne Lahmheit, nach oben gekrümmt bei lahmen Rindern), die Entlastungsstellung einer Gliedmaße sowie Hin-und-her-Trippeln beurteilt.
  2. Bei der Lahmheitsbeurteilung im Schritt achtet man auf die Rückenlinie und Entlastungsbewegungen wie seitwärts Stellen der Gliedmaße bei Fußung, Einknicken der Gliedmaße im Moment der Fußung, Überköten im Fesselgelenk, Belastung nur an Klauenspitze bzw. fehlende Belastung. 
  3. Auch die Beobachtung der Kühe beim Aufstehen und Niederlegen gibt Aufschlüsse (abnormale Weise, längere Dauer).

 Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle auf Lahmheit etwa täglich nach dem Melken oder zumindest einmal wöchentlich, um Lahmheiten bereits frühzeitig zu erkennen und rasch behandeln zu können.

 

 

Wirtschaftliche Einbußen

Wirtschaftliche Verluste infolge von Lahmheiten bei Milchrindern stehen an dritter Stelle nach Verlusten infolge von Euterentzündungen und Fruchtbarkeitsstörungen. Die Ursachen für Lahmheiten liegen zu mehr als 90% in Erkrankungen der Klaue und der Haut um die Klauen. Dies zeigt die großen bestehenden Einflüsse der Aufstallung und Haltung, der Hygiene, aber auch der Fütterung auf die Klauengesundheit auf.

Der wirtschaftliche Schaden infolge von Lahmheiten bzw. Klauenerkrankungen ist enorm und setzt sich aus offensichtlichen Kosten (Tierarztkosten, Kosten für Zukauf neuer Tiere, erhöhte Abschaffungsrate mit notwendiger Remontierung) und verborgenen Kosten zusammen (verminderte Milchleistung; verminderte Brunstanzeichen, verlängerte Rast- und Zwischenkalbezeiten, erhöhter Besamungsindex; Abmagerung; gesteigerte Arbeitskosten für Management und Behandlung lahmer Rinder; Kosten durch Wartezeiten für Milch bei Medikamenteneinsatz).

In österreichischen Milchviehherden wurden mittlere jährliche Lahmheitshäufigkeiten von 36% nachgewiesen. Der Milchverlust bei lahmen Kühen pro Laktation kann zwischen 500 bis 1.500 kg liegen; eine lahme Kuh kostet pro Jahr ca. 450 bis 500 Euro.

 

 

Funktionelle Klauenpflege

Die fachgerechte funktionelle Klauenpflege gilt heute als eine der wichtigsten Vorbeuge- und Kontrollmaßnahmen für die Klauengesundheit in Milchviehherden. Damit klauenpflegerische Maßnahmen aber diesen gewünschten und erwarteten positiven Effekt auch erbringen können, muss die Klauenpflege von gut ausgebildeten Fachleuten ausgeführt werden.

 

Weiters muss die funktionelle Klauenpflege regelmäßig im Betrieb durchgeführt werden und nicht nur dann, wenn ein Lahmheitsproblem in der Herde besteht. Saisonal zweimal jährlich oder auch öfters bei Rindern mit Rehe- und Rollklauen oder ausgerichtet am individuellen Geburtstermin der Kuh, d. h. beim Trockenstellen zwei bis drei Monate nach der Geburt.

Einen nachhaltigen Effekt auf die Klauengesundheit der Milchkühe hat die Durchführung der Klauenpflege bereits bei der Erstbesamung der Kalbinnen. Untersuchungen haben gezeigt, dass, wenn bereits Kalbinnen vor der ersten Geburt Klauenprobleme hatten, diese Tiere dann später ein bis zu zwanzigmal höheres Risiko aufwiesen, in der Erstlaktation lahm zu werden.

 

Funktionelle Klauenpflege sollte durchgeführt werden

 

  • bei der Erstbesamung der Kalbin mit ca. 18 Monaten;
  • beim Trockenstellen ca. zwei Monate vor der Geburt;
  • drei Monate nach der Geburt, weil im Zeitraum zwei bis fünf Monate nach der Geburt Lahmheiten am häufigsten zu erwarten sind;
  • beim Trockenstellen.

 

Rinder mit chronischen Reheklauen und Rollklauen sollten auch noch ein weiteres Mal dazwischen klauengepflegt werden.

 

 

Checkliste Klauengesundheit

Programm zur Erhaltung einer guten Klauengesundheit:

  •  Regelmäßige (tägliche/wöchentliche) Lahmheitskontrolle aller Tiere (Kalbinnen und Kühe) der Herde.
  • Lahme Rinder sofort fachgerecht untersuchen und behandeln (lassen).

Gesunde Klauen – Grundlage für gute Milchkühe

  • Regelmäßige, fachgerechte funktionelle Klauenpflege bei Kalbinnen und Kühen (saisonal oder besser tierindividuell ausgerichtet nach dem Geburtstermin) durch gut ausgebildete Klauenpfleger.
  • Bedarfs- und wiederkäuergerechte Fütterung und Kontrolle mittels BCS, Milchharnstoffwert.
  • Tiergerechte Lauf- und Liegeflächengestaltung und Kontrolle mittels Tierbeobachtung (Bewegungsfreudigkeit, Verhalten beim Aufstehen bzw. Niederlegen in Box, Meiden von Boxen, Stauzonen, enge Kurven, Betonkanten in Lauffläche), Bewertung der Hautverschmutzung (Füße, Bauch, Euter) und Scoring von Druckstellen der Haut (seitlich am Sprunggelenk, vorne am Karpalgelenk).
  • Genaue Protokollierung aller Klauenbefunde.

 

 


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