OBV

Bericht 2009

200 Original BV- Züchter
mit über 500 Kühen in Österreich



Die Zahl der Original Braunviehbetriebe in Österreich hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Im laufenden ÖPUL Programm für gefährdete Nutztierrassen, konnten heuer wieder deutlich mehr Tiere positiv bestätigt werden (siehe nachfolgende Tabelle).


Tabelle: Bestand an OBV Kühen in Österreich       

Jahr

00

02

04

06

07

08

2009

davon

in Vlbg.

davon

in Tirol

Anz. Betr.

14

23

62

60

118

151

197

79

108

Anz. Kühe

48

63

176

228

329

412

550

222

289

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Insgesamt sind derzeit 197 Züchter im Generhaltungsprogramm. Davon sind 108 Betriebe in Tirol und 79 in Vorarlberg. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Länder in Österreich. Für die Auszahlung der Prämie wurden 665 Tiere beantragt. Davon mussten 68 Tiere aus verschiedenen Gründen abgelehnt werden. Die Zahl der positiv bestätigten Kühe ist auf 550 Stück angestiegen. Als Reservetiere (Kalbinnen) konnten 47 Stück positiv bestätigt werden.


Durch die letztmalige Einstiegsmöglichkeit ins ÖPUL  Programm, hat sich das Interesse am Original Braunvieh im vergangen Jahr noch verstärkt. Zahlreiche Neuensteiger und Umstellungsbetriebe haben den Preis für die OB Tiere entsprechend  hoch gehalten. Derzeit ist die Nachfrage etwas geringer und die Preise auch auf Grund der Marktsituation allgemein etwas niedriger.
Es ist jedoch ein leichter Trend zum Zweinutzungstyp spürbar, und somit wird die Vermarktung der OB- Tiere auch in Zukunft kein Problem darstellen.


Besamung
Die Besamungen mit OB- Stieren sind ansteigend. Im Jahr 2008 wurden österreichweit bereits 3400 OB- Besamungen durchgeführt. In diesem Jahr dürften nahe 4000 KB mit OBV Stieren erreicht werden. Dazu gibt es noch eine beachtliche Zahl an Belegungen mit Zuchtstieren der Rasse Original Braunvieh. 
Dieser Trend ist in der benachbarten Schweiz noch stärker spürbar. Dort existiert ja bereits seit über 25 Jahren eine eigene Zuchtverbandsabteilung für diese Rasse. Seit einigen Jahren ist ein deutlicher Aufschwung dieser Tiere zu spüren. Der Präsident des Schweizer Braunviehzuchtverbandes nennt in einer Anfrage der Zeitschrift Landfreund folgende Gründe dafür: Dies sind vor allem die Zuchtfamilienschauen, das OB- Förderprogramm oder die Extensivierung der Milchviehhaltung durch die Agrarpolitik. Die liberale Haltung gegenüber den OB- Züchtern ist in der Schweiz schon lange gegeben.
Laut Oskar Grüter vom Schweizer Braunviehzuchtverband werden in der Schweiz auch vermehrt Kälber aus Rückkreuzungen mit OB- Stieren geboren. Ziel ist es, robustere Kühe zu züchten.
Die Besamungen mit Original Braunviehstieren in der Schweiz haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Nicht zuletzt deswegen, da ein beachtlicher Anteil der OB- Stiere auf Brown Swiss Kühe angepaart wird. Die Schweiz hat einen aktuellen OB- Bestand von 7372 Kühen, was 4 % des Braunviehbestandes ausmacht. Der ROB- Anteil ist auf 1843 Kühe angewachsen. Rund die Hälfte der OB- Besamungen erfolgt auf Brown Swiss Kühe. Die OB- Besamungen haben in der Schweiz in den letzten 6 Jahren um 40 % zugenommen. Der Trend u einer pflegeleichteren Kuh und nach besser bemuskelten und robusteren Tieren mit mehr Substanz ist besonders bei extensiver geführten Betrieben deutlich spürbar.


Rückkreuzung mit OB- Stieren – ein Versuch wert!
Für extensiv wirtschaftende Betriebe bietet das Original Braunvieh nach wie vor beste Möglichkeiten.
Die etwas niedrigere Milchleistung der OB- Kühe, wird meist durch  geringere variable Kosten für Kraftfutter, Bestandesergänzung usw. ersetzt.
Dadurch kann bei den derzeitigen Milchpreisen bei einer 5000 Liter Kuh durchaus vergleichbare Erlöse mit einer intensiv genutzten 7000 Liter Kuh erzielt werden.
Nicht nur die Milchleistung zählt, auch das Kalb als zusätzliche Einnahmequelle gewinnt wieder mehr an Bedeutung.
Original Braunviehkälber erzielen deutlich bessere tägliche Zunahmen als Brown Swiss Kälber. Daher werden jetzt auch bei uns vermehrt Rückkreuzungen mit OB- Sperma durchgeführt. Der Züchter hat dadurch kaum Risiko.
Im Gegensatz zu klassischen Gebrauchskreuzungen, kann hier das Zuchtkalb als reinrassiges Tier für die Weiterzucht verwendet werden. Bei einem männlichen Kalb ergeben sich aber deutlich bessere Masteigenschaften und der Kälbererlös ist bedeutend höher.




Mit etwas Glück, können bei der Gebrauchskreuzung mit OB- Stieren, gut mastfähige Kälber auch aus schlecht bemuskelten Kühen erzielt werden.
Im Bild ein 50% OB- Mastkalb mit deren Mutter: Das Kalb hatte mit 80 Tagen bereits ein Gewicht von 160 kg – dies entspricht einer täglichen Zunahme von zirka 1400 Gramm.




Doppelnutzung in Krisenzeiten
Viele Rinderhalter sind auf Grund des niedrigen Milchpreises sehr verunsichert und der Erlös des Kalbes, sowie der Schlachterlös der Kuh hat wieder eine größere Bedeutung erlangt.
Dadurch verstärkt sich die Überlegung nach Rindern die für die Doppelnutzung Milch und Fleisch geeignet sind.
Das Original Braunvieh verkörpert nach wie vor diese Eigenschaften und ist als eine der wenigen Zweinutzungsrassen wieder attraktiver geworden. Zur Zeit werden auch vermehrt Brown Swiss Kühe mit OB- Stieren besamt, vorwiegende um einen besseren Erlös für das männliche Kalb zu erzielen.
Der große Vorteil dabei ist, das bei den weiblichen Nachkommen dieser Paarung die Reinrassigkeit Braunvieh nicht verloren geht und mit großer Wahrscheinlichkeit ein Braunviehrind in die Aufzucht gelangt, das sehr robust ist und auch noch die gewünschte Milchleistung erbringen kann.
Durch die Doppelnutzung der Rasse Original Braunvieh, hat der Tierhalter die Möglichkeit „elastischer“ auf extreme Marktsituationen zu reagieren.
Speziel für kleinre Betriebe ist die Doppelnutzung durchaus überlegenswert.
Ein Betrieb mit mehreren Betriebszweigen kann in Krisenzeiten die sinkenden Einnahmen etwas kompensieren, ohne große Umstellungen vorzunehmen.
In der jetzigen Zeit ist jedenfalls ein deutlicher Trend zum Zweinutzungstyp spürbar. Dies kann auch durch Gespräche mit Rinderhaltern bestätigt werden. 
Viele Rinderhalter stehen der weiteren Milchpreisentwicklung skeptisch gegenüber, und wollen sich nicht allein auf die Milchgelderlöse verlassen.
Deshalb wird in Zukunft in manchen Betrieben eine Kuh für Milch und Fleisch gewünscht sein um nicht zu einseitig von einem Betriebszweig bzw. einer Betriebsrichtung abhängig zu sein. Bereits in den vergangenen Jahren haben schon einige Betreibe auf eine Fleischbetonte Rasse umgestellt.
Das Original Braunvieh hat diese Eigenschaften auch und kann sehr wohl für Doppelnutzung verwendet werden. Für die Alpung ist das Original Braunvieh auf Grund des idealen Gewichtes und der Genügsamkeit bestens geeignet.



Mutterkuhhaltung mit Original Braunvieh
Die Mutterkuhhaltung nimmt besonders in Kleinbetrieben immer mehr zu. Das Original Braunvieh ist sehr gut für diese Art der Tierhaltung geeignet. Die Vorzüge sind vor allem die guten Muttereigenschaften, das ideale Gewicht und den sehr ruhigen Charakter.
Dies erleichtert den täglichen Kontakt und die Arbeit mit den Tieren. Besonderes der Charakter des Original Braunvieh wird von vielen Tierhaltern sehr hervorgehoben.
In Österreich sind derzeit 53 Original Braunvieh Betriebe mit Mutterkuhhaltung registriert. Die Hälfte davon sind in Vorarlberg und dort vorwiegend im Montafon. Gerade in Fremdenverkehrsgebieten wie dem Montafon, verleiht das Original Brauvieh auch einen kulturellen Charakter.
Ist diese Talschaft doch der Ursprung dieser Rasse.
Diesen Züchtern gilt ein aufrichtiger Dank, für die Wiederbelebung und den Aufschwung dieser alten Rasse.
Auch wenn derzeit kein Einstieg mehr ins Generhaltungsprogramm möglich ist, kann das Original Braunvieh für die Mutterkuhhaltung nur empfohlen werden. Für Einsteiger sind 50 % OB- Tiere und Kälber auch sehr empfehlenswert, da diese bereits eine gute Fleischleistung erbringen. 




Ruhige und Fleischbetonte Mutterkuhherde von Eder Sebastian, Erl / Tirol




Eigenes Herdebuch für Original Braunvieh verzögert sich
Die Einführung eines eigenen Rassenstatus im Rinderdatenverbund verzögert sich.
Derzeit laufen die Anerkennungen der Zuchtverbände und eine neuerliche Abgrenzung ist derzeit noch nicht absehbar. Die ARGE- Braunvieh ist in Kontakt mit der ZAR um eine eigene Rassenführung der Original Braunviehtiere in Zukunft zu überlegen.
Ob auch eine eigene Zuchtwertschätzung mit genügend Sicherheit möglich ist, wird von den verfügbaren Nachkommen abhängen.



Anpaarungskontrolle mit Besamungsstieren im Internet
Seit Kurzem ist nun nach längerem Wunsch eine Anpaarungsempfehlung im Internet abrufbar. In einer Sammelliste wurden alle Herdebuchtiere mit den derzeit zur Verfügung stehenden Besamungsstieren verglichen und die Inzuchtgrade ermittelt.
Dadurch kann jeder seine Tiernummer eingeben und nachsehen ob der Stiere für eine Anpaarung geeignet ist oder nicht. Stiere die bei einer Anpaarung mehr als 1,5 % Inzucht verursachen dürfen nicht verwendet werden, um eine möglichst vielfältige Population beim Original Braunvieh zu erhalten.
In einer zweiten Liste sind die besten fünf Stiere angeführt, die keinen oder nur einen geringen  Inzuchtgrad bei der Anpaarung ergeben. Von diesen Stieren sollte dann die Sperma- Wahl getroffen werden.
Diese Anpaarungskontrolle im Internet auf der Braunvieh Homepage, ist eine große Erleichterung für den Zuchtverband, aber auch eine rasche und unkomplizierte Zugriffsmöglichkeit für die Original Braunviehzüchter. 
Dadurch hat der Züchter kurzfristig und jederzeit die Möglichkeit einen geeigneten Stier auszuwählen.
Die Sperma Verfügbarkeit ist allerdings nicht immer identisch mit den möglichen Anpaarungsstieren, daher ist es  sinnvoll Reservestiere für die Anpaarung vorzumerken.


Natursprungstiere
Wenn der Tierbestand oder ein Einzeltier mit einem Natursprungstier belegt werden möchte, ist aber ein gesonderter Abgleich mit dem  gewünschten Stier notwendig.
Dies geschieht weiterhin über den Zuchtverband oder direkt mit der Verantwortlichen Organisation.



Glück Tochter MOCKLE von E. Feuerstein auf der Alpe Hirschberg



ÖPUL 2007 - Einstieg für seltene Tierrassen nicht mehr möglich!!!
Mit dem Herbstantrag 2008 war letztmaliger ein Eintritt für das Förderprogramm, „Haltung und Aufzucht seltener Nutztierrassen“ möglich. Ab 2009 gilt ein Einstiegsstopp in diese ÖPUL Maßnahme.
Neue Obergrenze für Fremdgenanteile beim Original Braunvieh
Für heuer beantragte Tiere gilt noch die Obergrenze von 25 % Fremdgenanteile der Original Braunviehtiere. Ab Antragstellung 2010 dürfen nur mehr Tiere bestätigt werden, die höchstens 12,5 %  Fremdgenanteile aufweisen.


Wichtige Voraussetzungen für den Erhalt der Prämie sind: 
- Haltung von mindestens einem förderbaren Tier (nur Kühe, NEU mindestens 87,5 % OBV),
- Kuh muß zum Stichtag 1.4. einmal gekalbt haben
- Reinrassige Anpaarung nach dem Generhaltungsprogramm 
- Betrieb muß unter Leistungskontrolle (Milch od. Fleisch) sein


Auskunft und Informationsbroschüren zum OBV sind beim Vorarlberger Braunviehzuchtverband erhältlich. Tel. 05572-42368 bvzvno@rinder.lk-vbg.at


Vorschau Viehausstellungen
Bei den Herbstviehschauen werden in manchen Gemeinden wiederum Original Braunviehtiere zur Schau gestellt. Die Präsentation dieser Tiere auf den traditionellen Viehausstellungen ist besonders wichtig um das Bestehen der Original Brauviehrasse zu festigen.
Das Verständnis für die Erhaltung dieser Rasse und die Vorteile für manche Betriebe werden kaum mehr belächelt und gewinnen immer mehr an Bedeutung.




Langlebigkeit ist ein angestrebtes Ziel der OBV- RasseIm Bild: Wolfi Tochter „BRUNELLE“ mit 12 Laktationen von Zerlauth Walter, Ludesch


   

Aktuelles:

Versteigerung Vlbg.

MO, 08.01.2018, Dornbirn

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DI, 22.05.2018, Imst